NEITHARD BETHKE                          WERKVERZEICHNIS - NBWV
  
 

ORCHESTERMUSIKEN


De vita
op. 40/1983
Orchesterfassung von op. 18 für Querflöte solo und Kammerorchester
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Nach den großen Erfolgen der ursprünglichen Orgel-Flöten-Fassung dieses Werkes entschloß sich der Komponist zu einer Fassung für Querflöte und Kammerorchester, wobei der Orgelpart von nur drei zusätzlichen Bläsern, einer Harfe und Streichquintett übernommen wird.  Der Solo-Querflötenpart ist unverändert der von opus 18. In dieser Fassung erhält diese Musik noch mehr Farbigkeit und Durchsichtigkeit und ist vom Schwierigkeitsgrad her auch guten Laienorchestern zuzumuten. So wird das Repertoire gerade für dieses empfindliche Gebiet bereichert.



De morte
op. 41/1984
Orchesterfassung von op. 16 für Violine solo, Sprecher, Chor und Kammerorchester
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Wie schon zu op. 18 entstand auch zu diesem Werk eine sehr wirkungsvolle und abwechslungsreiche Orchesterfassung. Der Orgelpart wurde zum Teil belassen. Es wurden jedoch vier Holzbläser, zwei Blechbläser mit Pauken, ein reiches Schlagwerk und ein Streichorchester hinzugefügt. Der Violinsolopart ist unverändert übernommen. Der Chor mit seinen zum Teil agierenden Mitgliedern wird als „himmlischer Chor der entrückten Seelen“ von Szene zu Szene durch die vom Tod entführten Menschen vergrößert. Der wichtige Part des Todes sollte mit einem professionellen Schauspieler besetzt werden.



Appell „Wen es trifft“
op. 42/1985 (rev. 2011)
für dramatischen Mezzosopran, Orgel und Orchester nach einem Gedicht von Hilde Domin
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In enger Zusammenarbeit mit der großartigen Dichterin Hilde Domin (Heidelberg) entstand hier ein musikalischer Appell. Er basiert auf ihrem Gedicht „Wen es trifft“, das sich mit dem Holocaust auseinandersetzt. „Dem großen russischen Dirigenten Kyrill Kondraschin in dankbarem Angedenken, der mir entscheidende Anregungen zu dieser Komposition vermittelte!“ schreibt Bethke als Widmung über dieses sein erstes ganz groß besetztes Orchesterwerk. Mehrmals traf sich der Komponist (in St. Petersburg und in Amsterdam) mit diesem beeindruckenden, aller neuen Musik aufgeschlossenen Dirigenten. Die Endfassung dieser Komposition, wie sie jetzt vorliegt, hat er als Manuskript noch gesehen und als „sehr aufführungswert“ beurteilt. In ihrer Erstfassung erlebte diese Komposition schon mehrere nachhaltige Aufführungen, der Norddeutsche Rundfunk spielte das Werk ein, und die Erfahrungen aus diesen Aufführungen wurden in diese Endfassung im Juli 2011 eingearbeitet. Ein stimmlich großer dramatischer Mezzosopran ist zur Umsetzung des leidenschaftlich vorzutragenden Vokalparts vonnöten. Eine Einspielung mit dem Radio-Symphonieorchester Hannover erfolgte im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals.


HÖRBEISPIEL Wen es trifft, Mezzosopran: Uta Grunewald


Manchmal jedoch wenn er Glück hat, aber durch kein kennbares Verdienst, so wie er nicht ausgesetzt ist für eine wißbare Schuld, sondern, ganz einfach weil er zur Hand war, wird er von der unbekannten, allmächtigen Instanz begandigt, solange noch Zeit ist.



Die Taube
op. 43/1986 (rev. 2011)
Pfingstmusik für Baritonsolo und großes Orchester nach einem Gedicht von Pierre Emmanuel/Hilde Domin    Dauer: 10 min
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Der Text stammt vom französischen Dichter Pierre Emmanuel, der von den Nazis ermordet wurde. Er wurde von Hilde Domin ins Deutsche übertragen. „Wer als Mensch weint im Angesicht Gottes, und dessen sanfte Tränen das Menschenantlitz waschen, der erträgt, daß sie ihn bespucken und verhöhnen, beschämend seine Henker, die ihm seine Tränen neiden...“, so grenzenlos vernichtend auf unsere seelische Sattheit einschlagend, beginnt das große Baritonsolo zum Klang des Orchesters seinen dramatisch gesungenen Text. Wie schon beim Appell op. 42 läßt Bethke den großen Gong die einzelnen Sinn- und Zeilenabschnitte markieren. Es gibt noch weitere Korrespondenzen mit der von Bethke als „Schwesterwerk“ bezeichneten Komposition auf einen Text Domins. Während es in op. 42 der Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ ist, der das ganze Stück in vielfältigen Schattierungen und Verfremdungen durchzieht, ist es hier der Pfingstchoral „Komm, Gott Schöpfer, heil´ger Geist“, der Hoffnungszeichen auf musikalischer Ebene zu setzen weiß.

Spätestens dann, wenn der Sänger trotz des vorangegangenen Textes den Choral als melodische Grundlage zu seinem gesungenen Worten macht. Es geschieht eine Verwandlung in diesem Augenblick, der eben durch das Pfingstfest verursacht wird, wenn der Heilige Geist doch noch die Herzen erreicht.


HÖRBEISPIEL Sinfonisches Festspielorchester (Bläser des Deutschen Kinderärzteorchesters, Streicher des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode und des Deutschen Bachorchesters), Bariton: Markus Riedel

Baritonsolo: Wer als Mensch weint im Angesicht Gottes, und dessen sanfte Tränen das Menschenantlitz waschen, der erträgt, dass sie ihn bespucken und verhöhnen beschämend seine Henker, die ihm Tränen neiden. Sie durchforsten ihm Seele und Leib mit ihren furchtbaren Foltergeräten um aufzuspüren die geheime Formel seines Menschseins.



Konzert für Orgel und Orchester „Te Deum“
op. 44/1987
Dreisätzige Konzertmusik für Orgel und großes Bläserorchester nach dem gregorianischen „Te Deum“   Dauer: 10 min
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Es handelt sich um eine Orchesterfassung von opus 31. Jene Komposition wurde hier überarbeitet und für Bläserorchester anstelle der zweiten Orgel instrumentiert. Der Komponist berücksichtigt hier diejenigen 15 Bläser, die Anton Bruckner für die Aufführung seiner  e-moll-Messe einsetzt.
Da Bruckners Messe nicht abendfüllend ist, wurde für die gleiche Instrumentalbesetzung dieses „Te Deum“ eingerichtet. So entstand eine beeindruckende und glänzende Bereicherung des  diesbezüglichen Repertoires. Die Uraufführung der Druckfassung für Orgel und Orchester erfolgte mit dem Stuttgarter Radio-Symphonieorchester unter der Leitung von KMD Prof. Jörg-Hannes Hahn.

HÖRBEISPIEL Sinfonisches Festspielorchester (Bläser des Deutschen Kinderärzteorchesters, Streicher des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode und des Deutschen Bachorchesters), Orgel: Kay Roggenkamp


1. Satz, Beginn (Auszug)



Concertante
op. 45/1988
Konzertmusik für Oktett (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Cello) und Klavier/ Orchester
(op. 45 a mit Klavier; op. 45 b mit Orchester)
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Der Klavierpart ist in der Fassung für Oktett und Orchester einem Streichorchester übertragen, dem virtuos zu handhabende Pauken beigesellt sind. Wenn es die Gegebenheiten erlauben, ist die Ausführung als Orchestermusik vorzuziehen, da sie noch plastischer und noch farbenreicher ist. Diese Konzertmusik ist ein Werk, mit dem alle acht Solisten gleichermaßen technisch und musikalisch gefordert sind und einen vorprogrammierten Erfolg einspielen können.



Symphonie Nr. 1 „Da Pacem“
op. 50/1991
Symphonie in drei Sätzen, komponiert anläßlich der Wiedervereinigung Deutschlands für Altsolo, Tenorsolo, Chor, Orgel und großes Orchester
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Wer die politische Wende so hautnah selbst miterlebt hat, wie der in Ratzeburg, hart an der innerdeutschen Grenze lebende Komponist, der zudem noch 40 Jahre lang in mecklenburgischen Kirchendiensten stand, wiewohl im Westen lebend und arbeitend, der kann nicht unberührt von diesem wunderbaren Geschehen bleiben. Neithard Bethke hat dieses umwälzende, nicht nur politische Ereignis musikalisch umgesetzt und eine Symphonie geschrieben, die den programmatischen Untertitel „Da pacem“ trägt und seine 1. große Symphonie wurde. Im ersten Satz wird das Hejnal der Krakauer Marienkirche als Motiv und erstes Thema eingeführt, bevor die gleichzeitige Verbindung beider Nationalhymnen der DDR und der BRD sich zu einem kompositorisch kunstvollen Geflecht mit mitreißenden Klängen entfaltet. „Verleih uns Frieden gnädiglich“, heißt es im zweiten Satz mit beiden Textstrophen, eine davon solistisch entfaltet.

Der dritte Satz, gespeist von zwei Themen, greift zuerst das Motiv von Bethkes Assisi-Motette op. 11 auf „O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens“, bevor alles in den großen Dank mündet im Choral „Nun danket alle Gott.“ Eine packende und nachhaltig beeindruckende Orchestermusik für großes Orchester, zwei Vokalsolisten, Chor und Orgel.



Symphonische Choralphantasie zur Jahrtausendwende 1999/2000
op. 59/1999
in vier Sätzen über vier Choräle zum Jahresende für konzertante Orgel, Blechbläserquintett, drei Pauken, Große und Kleine Trommel, 7 Röhrenglocken sowie ein Vokalquartett (solistisch oder chorisch ad lib.)
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Diese Choralphantasie wurde zum Gottesdienst am Abend vor der Jahrtausendwende, dem 31.12.1999, geschrieben. Vier Choräle zur Jahreswende aus dem Evangelischen Gesangbuch wurden in vier Sätzen musikalisch zu einer Choralfantasie für Große Orgel, solistisches Blechbläserquintett, 3 Pauken, Große und Kleine Trommel sowie ein Vokalquartett verarbeitet, welches – solistisch oder chorisch besetzt – die jeden Satz beschließenden Kantionalsätze zu singen hat. Eine wirkungsvolle festliche Musik, die zu jedem Jahresende einen würdigen musikalischen Rahmen abgibt und im Schwierigkeitsgrad auch mittleren Ensembles zugänglich ist. Wenn man diese Musik nicht konzertant aufführt, besteht auch die Möglichkeit, sie in vier Teilen auf den Gottesdienst (auch auf den am Jahresbeginn) zu verteilen und die Gemeinde insofern aktiv in das Geschehen einzubinden, als sie nach dem Vokalpart am Ende eines jeden Satzes weitere Strophen des betreffenden Liedes mit Orgelbegleitung singt.



 

Symphonie Nr. 2 „Eine kosmische Parabel“
op. 60/2000
für vier Vokalsolisten, Chor, Orgel, volles Orchesterinstrumentarium, Klavier,  Schlagwerk und großes Symphonieorchester nach Texten überlieferter Funksprüche von Astronauten vieler Nationalitäten aus dem Weltall – in verschiedenen Sprachen
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Die Symphonie basiert auf einer Studie Bethkes aus den neunziger Jahren. So entsteht ein Werk, das bei weitgehender Loslösung von bisher benutzten Formen und Stilmitteln und ohne Rücksicht etwa auf die oft nur begrenzt leistungsfähige musikalische Exekutive bei liturgisch bezogener Musik eine für ihn neue Klangwelt erbringt, die dem textlich geplanten Vorwurf – Funksprüche internationaler Astronauten aus dem Weltraum – in idealer Weise entgegenkommt. Es ist ein zentrales Werk des kompositorischen Schaffens Bethkes.



Bearbeitung der sechs Gellert-Lieder von Ludwig van Beethoven
op. 74/2006
für Sopran und großes Orchester
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Die Gellert-Lieder von Ludwig van Beethoven führen im allgemeinen Konzertleben eher ein Schattendasein. Das liegt einerseits daran, daß der geistliche Text sich möglicherweise nicht unbedingt für die Aufführung eines Liederabends im Konzertsaal eignet.
Andererseits sind Lieder mit Klavierbegleitung im Kirchenraum zumindest in deutschsprachigen Ländern eher die Ausnahme. Schon in seinem ersten Ratzeburger Jahr als Domkapellmeister hat Neithard Bethke die erste Fassung einer Ausgabe für Sopransolo und Orchester geschrieben. Die legendäre Sopranistin Ingeborg Reichelt (Düsseldorf) war auch glanzvolle Solistin der Uraufführung. Für eine geplante Drucklegung erfolgte in den letzten Jahren eine geringfügige Revision und so liegt jetzt eine wunderbare geistliche Konzertmusik für den Kirchenraum vor, die von Sopran und Orchester wirkungsvoll gestaltet werden kann und das diesbezügliche Gesangsrepertoire aufs Wünschenswerteste erweitern dürfte.

HÖRBEISPIEL "Gott ist mein Lied", Sopran: Christina Roterberg

1. Strophe: Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke | Hehr ist sein Nam' Und groß sind seine Werke | Und alle Himmel sein Gebiet.


HÖRBEISPIEL "Gott, deine Güte reicht so weit", Sopran: Christina Roterberg



1. Strophe: Gott, Deine Güte reicht so weit die Wolken gehen | Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. | Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort |vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort! |Denn ich will vor Dir beten.


HÖRBEISPIEL "So jemand spricht", Sopran: Christina Roterberg

1. Strophe: So jemand spricht: Ich liebe Gott! Und haßt doch seine Brüder. | Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, | Und reißt sie ganz darnieder. | Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich.



Symphonische Tänze
op. 80/2011
Sieben Tänze für großes Orchester
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Neithard Bethke bezeichnet sich selbst als „erklärten Nichttänzer“. Dennoch schreibt er bisweilen auch „gehobene Tanzmusik“. Hier liegt eine siebenteilige Sammlung verschiedenster Tanzsätze vor, die für Symphonieorchester instrumentiert sind und von alten Walzerformen bis hin zu modernen Tänzen reichen. Diese Orchesterstücke sind, mit Charme und „Swing“ vorgetragen, kleine Klangperlen. Man kann sie als Zyklus aufführen oder auch einzeln, je nachdem, wie es die Gelegenheit ergibt oder erfordert.




3. Symphonie
op. 90/2014
in fünf Sätzen für Sopran- und Baßsolo und großes Symphonieorchester
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In den fünf Sätzen dieser Symphonie sind Worte von Leo Tolstoi vertont, wie sie sich in seinem im Juli 1905 geschriebenen Tagebuch finden. Verteilt auf Sopran- und Baßsolo kommt besonders gestützt durch eine besonders durchsichtige Orchestrierung eine ganz neue Wirkung dieser dichterischen Worte zur überzeugenden Geltung:

„In jedem Glauben ist nur wahr, was geistig ist.“



Variationen Es-Dur
Bearbeitung der Klaviervariationen Es-Dur von Joseph Haydn
op. 85/2009
für Streichorchester
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Als zunächst vornehmlich didaktisch gemeinte Ausgabe mit genauen Strichartenvorschlägen bearbeitete Bethke die bekannten Es-Dur Klaviervariationen von Joseph Haydn für Streichorchester. Dabei dachte er vor allem an Laienorchester, die nach wirkungsvoller klassischer Musik suchen, die aber einen gewissen Schwierigkeitsgrad nicht überschreitet. Der in den meisten Laienorchestern in der Regel fähigeren Erste-Geigen-Gruppe ist der schwierigste Part zugeordnet. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand läßt sich schon bald eine gute Leistung erzielen, woran die eingetragenen Stricharten ihren Anteil haben. Ganz sicher ist aber auch für professionelle Streichergruppen diese Bearbeitung eine herrlich klingende Alternative zum sonstigen Repertoire.






* Druck in Vorbereitung, nähere Informationen beim Komponisten oder beim Verlag Merseburger (www.merseburger.de)
** Das Aufführungsmaterial kann über den Komponisten bezogen werden


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